SpiraleIn der Begegnung mit Menschen mit Demenz kommt das Thema Glaube auf vielfältige Weise zum Ausdruck.

Religiöse Erfahrungen – sei es in Kirchen­liedern, Gebeten, religiösen Festen u.a.  –  gehören oft zu den tiefsten Erinnerungen eines Menschen. Auch in der Demenz stützen sie Identität und Orientierung.

Christine Bryden, eine selbst von Demenz Betroffene sagt: „In dem Maße in dem ich der Auslösung meiner selbst, meiner Persönlichkeit, meines Wesens, entgegen gehe, braucht meine Beziehung mit Gott eine wachsende Unterstützung von Euch, meinen Nächsten im Leib Christi. Verlasst mich in keinem Stadium, denn der Heilige Geist verbindet uns, er verknüpft unsere Seelen, unseren Geist nicht unseren Verstand oder unsere Gehirne. Ich brauche Euch damit ihr Euch meiner annehmt (Minister to!), mit mir singt, mit mir betet, mit mir seid, damit ihr euch für mich erinnert.“ (von mir selbst übersetztes Zitat aus „Dementia – a spiritual journey towards the divine)

Die Begegnung mit Menschen mit Demenz berührt auch für die sogenannten Gesunden die Glaubensdimension. Im Anderen begegne ich stets mir selbst und Gott. Wieviel ist ein  Leben wert, wenn die Fähigkeiten sich sinnvoll zu beschäftigen, zu denken und über sich selbst zu bestimmen immer mehr abnehmen? Demenz stellt die höchsten Götter des modernene Menschen –  Produktivität, Rationalität und Autonomie in Frage.